Zurück in Gerolstein – 1/3

Vulkane, Burgen, Höhlen und über 300km Eifelsteig. Wer Wandern und Geschichte vereinen will, dem lege ich das Gerolsteiner Land ganz besonders ans Herz.

Ich bin wieder zurück aus dem Urlaub und zurück aus der Eifel. Wir waren dieses Jahr wieder in Gerolstein und haben dort 2 fantastische Wochen erlebt. Tägliche Wanderungen durch das Gerolsteiner Land und Touren nach Trier oder Cochem standen auf unserem Plan und auch ohne Auto konnten wir hier einiges erleben. Dieses mal hat mich die Reise besonders bewegt. Die Rückkehr fiel mir dementsprechend schwer. Aber beginnen wir doch einfach:

Gerolstein

Die Verbandsgemeinde Gerolstein liegt inmitten der Vulkaneifel und kann von Köln in 1,5h mit der Bahn nach Trier erreicht werden. Die Stadt wird von der Kyll durchlaufen und beherbergt nicht nur Ruinen der Löwenburg sowie die Helenenquelle, aus der noch immer frisches Sprudelwasser getrunken werden kann. Hier findet man auch den Gerolsteiner Brunnen, wo das mineralreiche Gerolsteiner Mineralwasser produziert wird. Zum Gerolsteiner Verband gehören noch weitere Gemeinden wie Pelm, Birresborn oder Neroth. Hier kann man bei tollen Tagesausflügen viele Höhlen, Burgen oder andere Sehenswürdigkeiten entdecken.

Subtropische Meere und Korallenriffe

In der Eifel? Ein Meer? Tatsächlich lag Gerolstein vor rund 380 Mio. Jahren noch unter einem subtropischen Flachmeer und war damals durchzogen von riesigen Korallenriffen. Davon zeugen noch heute viele Funde von fossilen Korallen und Seelilien sowie Trilobiten, die einst diese Region besiedelt haben. Diese und viele andere Funde können im Naturkundemuseum Gerolstein angeschaut werden. Auch der Auberg, an dem wir unsere Unterkunft hatten ist so ein Korallenriff. Schwer vor zu stellen, wenn man es heute sieht und man bedenkt, dass man sich da, wo man gerade steht, quasi mitten im Meer befand.

Neanderthaler und Mammut

Wer auf dem Gerolsteiner Felsenpfad wandert kann die 30m lange und bis 4m hohe Buchenlochhöhle entdecken. Hier wurden Funde von Werkzeugen und Beutetieren gemacht, die darauf hinweisen, dass hier vor rund 30000 Jahren Neanderthaler gehaust haben. Auch Überbleibsel von Mammut, Höhlenbären und Eisfüchsen wurden hier sowie in der Magdalenenhöhle gefunden. Die Buchenlochhöhle bot dem Menschen auch noch zu Kriegszeiten Zuflucht und so konnten 1944/45 Bürger Gerolsteins dort Schutz vor den Bombenangriffen suchen.

Gerolstein und Umgebung bieten einige interessante Ecken um der Geschichte der Eifel mal auf den Grund zu gehen.

Neue Ziele erreichen

Da wir ohne Auto angereist sind waren unsere Möglichkeiten neue Ziele zu entdecken natürlich eingeschränkt. Denn viele Orte kann man mit dem Auto einfach schneller erreichen oder überhaupt erreichen. Dennoch haben wir – bis auf ein / zwei Dinge – alles gesehen und erreicht, was wir gerne sehen wollten. Von Gerolstein aus können viele Wanderwege gelaufen werden. Jeweils als Tagesausflug kann man hier in alle Richtungen ausschwärmen und das Gerolsteiner Land entdecken. Aber auch per Bahn oder Bus können neue Orte gut erreicht werden. Wie zum Beispiel die Birresborner Eishöhlen, die wir dank der stündlich fahrenden Regionalbahn erreichen konnten oder unsere Busfahrt nach Cochem, die zwar eher einer Achterbahnfahrt glich, aber wir sind angekommen. Mit ein wenig Vorbereitung und einem Fahrplan ist einiges möglich und dank der vielen Höhlen, Burgen und Maare kann man entlang der Wege und Bahnrouten in fast jedem Ort halten um neue Schätze zu entdecken.

Wann kann ich zurück?

Wie schon gesagt, hat mich dieser Urlaub besonders berührt. Wir haben soviel Orte entdeckt, soviel tolle Aussichten und Einsichten erlebt, dass ich am Liebsten sofort zurück möchte. Weiter wandern und durch die Wälder laufen. Es ist eine tolle Erfahrung für einige Zeit raus zu kommen aus dem täglichen Trubel. Mal abseits der Wege die Natur zu entdecken und sich hier und da auch mal wirklich an zu treiben und heraus zu fordern. Denn manche Aufstiege sind ohne einen Willen nicht leicht zu bezwingen. Die Stille und die Abgeschiedenheit waren für mich zu Beginn eine ganz eigene Erfahrung, die beim letzten Besuch mit einigen Tränen begann (meine erste Wandererfahrung auf dem Felsenpfad kannst du HIER lesen). Aber genau diese Ängste und Sorgen hatte ich bei diesem Urlaub hinter mir gelassen und konnte die Wanderungen mit vollem Herzen mitmachen und ganz bewusst genießen. Mit meiner Kamera in der Tasche, unserem Tier-,Pflanzenbestimmungsbuch und heißem Tee habe ich jede Minute inhaliert und genossen und die Zeit ohne Handy, Internet und dem dauernden Rauschen des täglichen Wahnsinns absolut gefeiert. Ich fürchte, dies war nicht unsere letzte Wanderung und ich sitze bereits jetzt schon an Plänen für die nächsten Ausflüge ins Grün.

Was wir erlebt haben und wie und wo wir die Tage verbracht haben findest du in den nächsten Beiträgen.
Der erste für mich schönste Moment bei dieser Reise war die Aussicht aus unserem Häuschen, mit der ich für die nächsten 2 Wochen jeden Morgen begrüßen würde. Wer würde dorthin nicht wieder zurück kehren wollen?

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